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Geist in der Maschine

Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine verändert sich rasant. Künstliche Intelligenz wird im Alltag immer sichtbarer. Doch wie könnten Roboter gestaltet werden, damit sich Menschen auch morgen wohlfühlen?

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Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine verändert sich rasant. Künstliche Intelligenz wird im Alltag immer sichtbarer. Doch wie könnten Roboter gestaltet werden, damit sich Menschen auch morgen wohlfühlen? Und wie geht die Gesellschaft mit den ethischen Fährnissen um, die sich in diesem Prozess ergeben? Die Zukunft mit den Maschinen wird zur Gefühlssache.

Sie lächelt. Begleitet von einem Blick aus unergründlichen Augen. Wenn sie spricht, wählt sie jedes Wort mit Bedacht. Sie stellt viele Fragen, nickt, hört zu, sinniert, hakt nach. Als sei sie auf der Spur eines großen Geheimnisses. Ava, nicht ohne Grund nach Eva – der ersten Frau – benannt, ist die Hauptfigur in Alex Garlands Kinofilm „Ex Machina“, einem virtuos inszenierten Zeitgeist-Thriller aus dem Jahr 2015 – und per se keine Sie, sondern ein Es. Eine künstliche Superintelligenz, die sich in einem weiblichen Traumkörper bewegt.

Ava repräsentiert den ewigen Traum des Menschen nach dem formvollendeten Humanoiden. Die Vorstellung des menschengleichen Roboters begleitet uns seit nahezu einem Jahrhundert: Das erste, dem Menschen nachempfundene Maschinenwesen des Kinos flimmerte bereits 1926 über die Leinwände. Es war die Roboterfrau Maria aus Fritz Langs „Metropolis“. Beide Figuren, Ava und Maria, vereint die immerwährende Volte zwischen dem Maschinellen und dem Menschlichen: Die Roboterfrau ist ein emotionales Wesen, das gegen das eigene Maschinenschicksal revoltiert, um in Freiheit zu leben – wie ein Mensch.

Roboter, die uns in Form und Wesen gleichen, sind schon so lange ein elementarer Teil der weitverbreiteten Vorstellung von künstlicher Intelligenz (KI), dass wir gar nicht umhin können, sie in menschengleicher Art zu denken. Die fantastischen Menschenmaschinen aus Filmen und Büchern haben dabei längst ihre fiktionale Umgebung verlassen und bevölkern die Realität. Von unseren hohen Erwartungen an die menschenähnlichen Kreaturen sind diese Roboter jedoch meilenweit entfernt. Zudem werfen sie viele Fragen auf – nicht nur, was ihre äußere Form, sondern auch, was ihr Handeln betrifft.

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